Der Bôr (1888 m ü.d.M.) gehört zu den stillen, lohnenden Gipfeln der westlichen Niederen Tatra in der Slowakei — abseits des Trubels, dafür nah an der Natur und überraschend reich an Geschichte. Er liegt auf einem Seitengrat, der die Täler Demänovská und Krížna voneinander trennt.
Das Massiv besteht aus sogenannten 'Ďumbier-Graniten', besonders harten Gesteinen, die dem Gipfel seine typisch gerundeten, sanften Formen verleihen. Der Grat verläuft gleichmäßig, die Hänge fallen vergleichsweise moderat ab — dennoch sorgen Felsgruppen und kleine Rinnen für abwechslungsreiches Gelände. Der Bôr ist eines der wichtigsten Gamsreviere der gesamten Niederen Tatra, Sichtungen sind auf dem Weg keine Seltenheit. Im Herbst verwandeln Buchen- und Fichtenwälder den Grat in ein farbenprächtiges Naturschauspiel.
AufstiegsmöglichkeitenAn den Hängen zur Krížna-Tal-Seite sind noch heute alte Haldenkuppen zu erkennen — Überreste eines intensiven Eisenerzabbaus, der hier im 17. und 18. Jahrhundert betrieben wurde. Der alte Volksname des Berges lautete 'Halny' (auf älteren Karten: 'Borhalmi') — ein stilles Zeugnis einer vergessenen Bergbauvergangenheit mitten in dieser heute unberührten Wildnis.