Im Schatten eines sieben Hektar großen Parks im slowakischen Dorf Krásnohorské Podhradie verbirgt sich eines der außergewöhnlichsten Jugendstildenkmäler Mitteleuropas — und eine der berührendsten in Stein gehauenen Liebesgeschichten, die man auf einer Reise entdecken kann. Das zwischen 1903 und 1904 von einer Münchner Künstlergruppe erbaute Mausoleum unterscheidet sich bewusst vom Wiener und Budapester Jugendstil und folgt dem Münchner Jugendstil mit seiner strengeren, monumentaleren Formensprache.
Das Gebäude erhebt sich aus einem gepflasterten Innenhof, der von einer weißen Sandsteinmauer umgeben ist. Der unregelmäßige Achteckgrundriss, die Kuppel mit Laterne und zwei überlebensgroße Engelsfiguren zu beiden Seiten des Eingangs erzeugen eine Atmosphäre stiller Ergriffenheit. Im Inneren entfaltet sich wahrer Reichtum: Eine gläserne Mosaiккuppel erinnert an Ravenna, Säulen sind mit Marmor aus Tunesien, Ungarn, der Schweiz und Mexiko verkleidet, und zwei weiße Carrara-Marmorsarkophage stehen ruhig im Mittelpunkt des Raumes. Im umgebenden Park lohnt sich die Suche nach der roten Marmorplastik des Dackels 'Tascherl', geschaffen vom ungarisch-slowakischen Bildhauer Alojz Stróbl.
AnreiseDionýz Andrássy verzichtete auf seinen Grafentitel, um Františka Hablawetz zu heiraten — und ließ nach ihrem Tod 1902 eigens Münchner Meister nach Slowakei kommen, um ihr dieses außergewöhnliche Denkmal zu errichten. Über dem Eingang steht bis heute ihr gemeinsames Lebensmotto: 'Non videri sed esse' — 'Nicht scheinen, sondern sein'.