Im kleinen südpolnischen Dorf Haczów verbirgt sich ein europäisches Ausnahmezeugnis: die größte gotische Holzkirche des Kontinents, seit 2003 UNESCO-Weltkulturerbe. Wer hierher kommt, taucht ein in über 600 Jahre Geschichte — und erlebt Holzbaukunst auf höchstem Niveau.
Schon von außen beeindruckt die Kirche mit ihrer massiven Silhouette, dem charakteristischen Turm mit Schindelhelm und den umlaufenden überdachten Laubengängen. Im Inneren jedoch entfaltet sich der eigentliche Schatz: eine monumentale figurale Bemalung aus dem Jahr 1494 — wahrscheinlich die älteste dieser Art in Europa und die größte Sammlung figuraler Wandmalereien des 15. Jahrhunderts in Polen. Biblische Szenen in leuchtenden Farben bedecken Wände und Decke, aufwendig restauriert und um das Jahr 2000 abgeschlossen. Die Stimmung im Inneren ist zu jeder Jahreszeit andächtig und berührend — im Sommer fällt warmes Licht durch kleine Fenster, im Herbst rahmt goldenes Laub die Szenerie.
AnreiseDer gotischen Pietà aus dem Jahr 1400 wird nachgesagt, sie sei auf dem Fluss Wisłok 'angeschwommen' — eben diese Figur wurde 1997 von Papst Johannes Paul II. während seiner Polenreise in Krosno gekrönt.