Wer Orte schätzt, an denen Geschichte greifbar wird, sollte das ehemalige Habsburger Jagdschlösschen in Wisła nicht verpassen. Ende des 19. Jahrhunderts im Tiroler Stil erbaut, diente es Erzherzog Friedrich als exklusiver Ausgangspunkt für Auerhahnjagden im Schlesischen Beskidengebirge — und seine Holzwände haben so manche Überraschung auf Lager.
Das eingeschossige Holzgebäude besticht durch seinen alpenländischen Charme und wirkt wie aus einem Tiroler Tal hierher versetzt. Ursprünglich stand es auf der Lichtung Przysłop unterhalb der Barania Góra, umgeben von dichten Beskidenwäldern. Dank des Engagements lokaler Heimatfreunde wurde es 1985 vor dem Abriss gerettet und ins Stadtzentrum von Wisła umgesetzt. Heute ist es Teil des Schlesischen Holzarchitektur-Pfades — Beskiden-Schleife — und lässt sich wunderbar mit einer Entdeckungstour durch das regionale Kulturerbe verbinden. Ob im sommerlichen Grün oder unter einer Schneehaube im Winter: Das Schlösschen zieht immer Blicke auf sich.
AnreiseEine bemerkenswerte historische Randnotiz: 1915 besuchte Kaiser Wilhelm II. das Jagdschlösschen gemeinsam mit Feldmarschall Paul von Hindenburg — dieses schlichte Holzhaus war also einst Treffpunkt der Mächtigen seiner Zeit.